Chiharu Shiota – Installation im Gropiusbau Berlin

Chiharu Shiota: „Beyond Memory“, 2019, installation view from the ground floor, atrium, Gropius Bau, Berlin ; photo Beatrijs Sterk

Chiharu Shiota – Installation im Gropiusbau Berlin von 22 März bis 16 Juni, 2019 Chiharu Shiota zog 1997 nach von Japan nach Berlin, um bei Marina Abramovic Performance Kunst zu studieren. Ihre berühmte Fadeninstallationen entwickelten sich allmählich, angereichert mit persönliche Gegenstände (wie Briefe, Schuhe, Schlüssel, Kleidung und Mobiliar). Damit spürt die Künstlerin Themen, wie Heimat, Geburt und Tod, nach. Ihre bekannteste Arbeit bislang war wohl „The Key in the Hand“, mit der sie 2015 Japan auf der Biennale von Venedig vertrat.
Zu ihre Arbeit mit Fäden sagt die Künstlerin, dass ihre Kunst zwar oft mit Handarbeit und Weiblichkeit verbunden wird, das jedoch die Linien , die sie mit Garn gestaltet, wie Pinselstriche in einem Gemälde sind. Anstatt mit Pinsel und Leinwand arbeite sie mit Garn im Raum.

Zu ihre aktuelle große Installation – es soll die größte sein die sie je erschaffen hat – sagt sie:“ Im Lichthof habe ich eine Wolke an Gedanken und Verbindungen erschaffen, die den Betrachter mit der Vergangenheit und der Zukunft verbinden. Das weiße Garn ist zeitlos. Ich glaube nicht dass die Zeit etwas Lineares, sondern vielmehr kreisförmiger Natur ist“. Es sollen 780 km weiße Wolle in der Installation verwendet worden sein, darin verknotet sind historische Dokumenten, die sich auf die früheste Geschichte des Gebäudes beziehen. Wie man in Videos zu früheren Arbeiten der Künstlerin sehen kann, stellt sie ihre große Installationen mit mehreren Hubwagen her, jeweils besetzt mit 3 bis 4 Personen, die Garne anbringen und verknoten. In ihre Technik ist die Künstlerin sehr genau: So waren die jetzt runde Formen deutlich erkennbar. Manchmal sahen die Formen aus wie mit riessigen Stricknadel gestrickt!

In der letzte Arbeit, die ich von ihr sah, „Uncertain Journey“ 2016, bei der Gallerie Blaine/Southern in Berlin, waren die Formen in roter Wolle noch dreieckig gestaltet. Damals war ich von dem Gefühl der Unsicherheit des Lebensweges, die von der Installation ausging, stark beeindruckt. Dieses Mal war ein eher heitere Stimmung da, die dem Gefühl der Ewigkeit tatsächlich nahe kam.

Die Installation von Chiharu Shiota ist Bestandteil der Ausstellung „And Berlin Will Always Need You – Kunst, Handwerk und Konzept made in Berlin“ mit 17 in Berlin lebenden Künstler. Die Idee zu dieser Ausstellung verweist auf die Idealen des Bauhause, das Kunst, Handwerk , Gestaltung und Pädagogik neben einander stellte. Die Arbeiten mit textilem Material in dieser Ausstellung könnten unterschiedlicher nicht sein und stammen – außer von Shiota – von Willem De Rooij, Leonor Antunes, Nevin Aladag, Haegue Yang sowie von Alice Creischer & Andreas Siekmann.
Beatrijs Sterk

Chiharu Shiota: „Beyond Memory“, 2019, installation view from the ground floor, atrium, Gropius Bau, Berlin ; photo Beatrijs Sterk
Chiharu Shiota: „Beyond Memory“, 2019, installation view from the ground floor, atrium, Gropius Bau, Berlin ; photo Beatrijs Sterk
Chiharu Shiota: „Beyond Memory“, 2019, installation view from the first floor, atrium, Gropius Bau, Berlin ; photo Beatrijs Sterk
Chiharu Shiota: „Beyond Memory“, 2019, installation view from the first floor, atrium, Gropius Bau, Berlin ; photo Beatrijs Sterk
Chiharu Shiota: „Beyond Memory“, 2019, installation view from the first floor, atrium, Gropius Bau, Berlin ; photo Beatrijs Sterk
Chiharu Shiota: „Beyond Memory“, 2019, installation view from the first floor, atrium, Gropius Bau, Berlin ; photo Beatrijs Sterk
Chiharu Shiota: „Beyond Memory“, 2019, installation view from the first floor, atrium, Gropius Bau, Berlin ; photo Beatrijs Sterk