INKA – Könige der Anden

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Hrsg. Doris Kurella und Inés de Castro; Linden-Museum Stuttgart/Lokschuppen Rosenheim, 2013, ISBN 978-3-8053-4657-3; 346 Seiten, viele Farb- u. S/w-Illustrationen, Texte auf deutsch. Das Begleitbuch zu den gleichnamigen Ausstellungen im Linden-Museum Stuttgart und dem Ausstellungszentrum Lokschuppen Rosenheim besteht aus einem über 200-seitigen Katalog und eines sehr informativer Anthologie über die Andenkulturen, die man hier unter dem Begriff Inka-Reich subsumiert. Leider durchzieht das über zwei Jahre vorbereitete Projekt mit Ausstellung, Buch und Pressearbeit die irrige Annahme, es handle sich hierbei um eine in Europa erstmalige Behandlung dieses Themas. Denn erst im Herbst 2010 hatte es in Rotterdam und davor in den 1980er Jahren in Hildesheimer Römer- und Pelizäus-Museum große Ausstellungen gegeben. Eine ignorante oder dreiste Werbung hat die Museumsdirektorin und die Grußwortschreiberin, die Oberbürgermeisterin von Rosenheim, dazu verleitet, sich selbst und die schreibende Presse für die diesjährige Ausstellung aufs Glatteis zu führen. Ach ist es fragwürdig, die Entwicklung der rd. 4.000 Jahre alten Adenkultur mit ihren vielen Völkern zwischen dem heutigen Quito in Ecuador und dem heutigen Santiago in Chile mit dem Inka-Reich zu erklären. Die Inka waren vielmehr die Epigonen und Erben dieser Kulturen und bereits vor den Spaniern bestrebt, die Erinnerung der von ihnen erst in den letzten 100 Jahren beherrschten Völker und in den ihnen gehörenden Kulturleistungen klein erscheinen zu lassen. Wie ihnen dies gelang, welche Strategien sie dabei verwendeten und wie sie sich schließlich politisch verstrickten, sowie die Rolle der Spanier, die sie bei der Eroberung des Inka-Reiches spielten, beschreibt das Buch, z. T. unter Verwendung neuester Forschungsergebnisse, auf brillante Weise.
Von 3. to 6. März wird ein internationales Symposium „new Perspectives on the Inca“ mit Wissenschaftler aus den USA; Peru und Deutschland stattfinden.Im zentrum stehen aktuelle Forschungsergebnisse zur Inka-Kultur.Anmelden im Linden-Museum Stuttgart.