{"id":2410,"date":"2016-04-13T16:54:45","date_gmt":"2016-04-13T15:54:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.textile-forum-blog.org\/?p=2410"},"modified":"2016-07-11T16:40:00","modified_gmt":"2016-07-11T15:40:00","slug":"deutsch-die-ausstellung-tapisseries-nomades","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.textile-forum-blog.org\/de\/2016\/04\/deutsch-die-ausstellung-tapisseries-nomades\/","title":{"rendered":"Die Ausstellung \u201eTapisseries Nomades\u201c"},"content":{"rendered":"<p><figure id=\"attachment_2402\" aria-describedby=\"caption-attachment-2402\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2402\" src=\"https:\/\/www.textile-forum-blog.org\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/17_DSCF2570a.blog_.jpg\" alt=\"View at the exhibition Tapisseries Nomades; photo Beatrijs Sterk\" width=\"800\" height=\"450\" srcset=\"https:\/\/www.textile-forum-blog.org\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/17_DSCF2570a.blog_.jpg 800w, https:\/\/www.textile-forum-blog.org\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/17_DSCF2570a.blog_-300x169.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2402\" class=\"wp-caption-text\">View at the exhibition Tapisseries Nomades; photo Beatrijs Sterk<\/figcaption><\/figure><\/p>\n<p><strong>Fondation Toms Pauli.\u00a0Sammlung des 20. Jahrhunderts.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Ausstellung vom 24. M\u00e4rz bis 16. Mai 2016 im Mus\u00e9e Cantonale des Beaux-Arts von Lausanne, Palais de la Rumine<\/strong><br \/>\n<strong>\u00a0<\/strong>In den ehemaligen Ausstellungshallen der Biennale von Lausanne, im Palais de la Rumine, findet eine Ausstellung mit einer gro\u00dfen Vorgeschichte statt. Nachdem diese Biennale zuletzt 1995 nicht mehr im sch\u00f6nen Palais stattfinden durfte, hat der heutige Direktor des Kantonalen Museums f\u00fcr Bildende Kunst von Lausanne, Bernard Fibicher, die Stiftung Toms-Pauli als Erbe der Biennale eingeladen, seine zeitgen\u00f6ssische Sammlung wieder genau hier zu zeigen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_2407\" aria-describedby=\"caption-attachment-2407\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2407\" src=\"https:\/\/www.textile-forum-blog.org\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/22_DSCF2521ablog.jpg\" alt=\"Bernard Fibicher, the director of the Lausanne Cantonal Museum of Fine Art, speaking at the opening of Tapisseries Nomades; photo Beatrijs Sterk \" width=\"800\" height=\"450\" srcset=\"https:\/\/www.textile-forum-blog.org\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/22_DSCF2521ablog.jpg 800w, https:\/\/www.textile-forum-blog.org\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/22_DSCF2521ablog-300x169.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2407\" class=\"wp-caption-text\">Bernard Fibicher, the director of the Lausanne Cantonal Museum of Fine Art, speaking at the opening of Tapisseries Nomades; photo Beatrijs Sterk<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Welche positiven Ver\u00e4nderungen hat es gegeben?<\/strong><br \/>\nSeit fast einem Jahrzehnt hat das Interesse an Textilkunst \u2013 seitens der Bildenden Kunst \u2013 so stark zugenommen, dass z. B. die letzten Biennalen von Venedig zu fast einem Drittel mit textilen Arbeiten best\u00fcckt waren. Dieses Ph\u00e4nomen zeigt sich auch bei Kunstmessen und gro\u00dfen Kunstausstellungen. Als Grund hierf\u00fcr wird meistens angef\u00fchrt, dass in unserer digitalisierten Welt das Haptische an Bedeutung gewinnt. Auch die sozialen Bez\u00fcge, die durch den Einsatz von textilen Mitteln so leicht sichtbar gemacht werden k\u00f6nnen, werden hervorgehoben!<br \/>\nAls die damalige Vereinigung Pierre Pauli mit der Stiftung Toms (historische Tapisserien) im Jahr 2000 zur Stiftung Toms-Pauli zusammengelegt werden konnte, bestand die Sammlung moderner Textilkunst aus 46 Werken. Heute besitzt die Stiftung \u00fcber 200 Kunstwerke.<br \/>\nDie Toms-Pauli-Stiftung ist teilweise Erbe des CITAM (<strong>Fussnote 1<\/strong>). Die Werke der Sammlung &#8211; viele davon aus der Sammlung von Pierre und Marguerite Magnenat sowie der der Galeristin Alice Pauli, erg\u00e4nzt durch Schenkungen von K\u00fcnstlern und M\u00e4zenen sowie durch Neuank\u00e4ufe &#8211; geh\u00f6ren heute dem Kanton Waadt. Die jetzt gezeigte Ausstellung ist gewiss ein Glanzpunkt in der Vita der Stiftung!<\/p>\n<figure id=\"attachment_2398\" aria-describedby=\"caption-attachment-2398\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2398\" src=\"https:\/\/www.textile-forum-blog.org\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/12_DSC_0025a.blog_.jpg\" alt=\"Jean Lur\u00e7at (1892 \u2013 1966 )France : Terre Air Eau Feu, 1961, 263 x 184 cm; collection Fondation Toms Pauli, Lausanne; photo Beatrijs Sterk \" width=\"800\" height=\"561\" srcset=\"https:\/\/www.textile-forum-blog.org\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/12_DSC_0025a.blog_.jpg 800w, https:\/\/www.textile-forum-blog.org\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/12_DSC_0025a.blog_-300x210.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2398\" class=\"wp-caption-text\">Jean Lur\u00e7at (1892 \u2013 1966 )France : Terre Air Eau Feu, 1961, 263 x 184 cm; collection Fondation Toms Pauli, Lausanne; photo Beatrijs Sterk<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Was ist in der Ausstellung &#8216;Tapisseries Nomades&#8217; zu sehen?<\/strong><br \/>\nDie Stiftung, die keinen eigenen Ausstellungsraum besitzt, hatte nicht die Absicht, eine komplette Retrospektive der Biennalen zu zeigen. Es werden lediglich 38 Arbeiten, die auf einer der 16 Biennalen zu sehen waren, aus der eigenen Sammlung der Stiftung gezeigt.<br \/>\nDie Absicht der Ausstellungsmacher war es, die Bem\u00fchungen der Pioniere der Neuen Tapisserie wie Jean Lur\u00e7at, Magdalena Abakanowicz, Jagoda Bui\u0107, Olga de Amaral, Elsi Giauque, oder Machiko Agano zu zeigen.<br \/>\nDie Ausstellung beginnt mit Arbeiten, die aus den sechziger Jahren stammen (Lur\u00e7at, Delaunay, Grau-Garriga). Sie wurden \u00fcberwiegend in Wolle gearbeitet und waren Zeugnisse der Renaissance der Wandtapisserien, hergestellt in den gro\u00dfen Ateliers unter dem Einfluss von Jean Lur\u00e7at. Im Gegensatz dazu werden die K\u00fcnstler aus Ost-Europa, die \u201eneuen Barbaren\u201c, die ihr Medium neu erfunden hatten, gezeigt. Sie gestalteten ihre Unikate selbst, oft mit ungew\u00f6hnlichen Materialien wie Sisal oder Hanf (Abakanowicz, \u0141aszkiewicz, Sadley ).<br \/>\nAb Ende der sechziger Jahre beginnt die Eroberung des Raumes. Die Idee der klassischen Weberei f\u00fcr die Wand wird immer mehr zugunsten r\u00e4umlicher Gestaltungen verlassen. Dabei beziehen K\u00fcnstler sich manchmal auf die alten Traditionen ihres Landes (De Amaral). Andere verlassen die Technik der Weberei ganz und spielen in ihren Kompositionen mit offenen und geschlossenen Gestaltungen (Bui\u0107<strong>, <\/strong>Grau-Garriga, Daquin ).<br \/>\nDie siebziger Jahre zeigen au\u00dferdem immer verfeinertere textile Techniken (Cook, Matter) sowie poetische und symbolische Bez\u00fcge (Hicks, Giauque, Abakanowicz).<br \/>\nAb Mitte der siebziger Jahre bringt die h\u00e4ufigere Teilnahme der Amerikaner und der Japaner eine neue \u00c4sthetik. Die K\u00fcnstler benutzen jetzt alle Arten von Fasern (tierische, pflanzliche, k\u00fcnstliche) auf sehr erfinderische Weise (Shaw-Sutton, Argano, Tanaka, Sitter-Liver). Aus Textilkunst wird, nach der amerikanischen Terminologie, Fiber Art.<br \/>\nDer Titel der Ausstellung \u201eNomaden-Teppiche\u201c, bezieht sich \u00fcbrigens auf eine \u00c4u\u00dferung von Le Corbusier von 1960 \u00fcber die Rolle der Kunst und der Tapisserie. Sie verweist auf die notwendige Komplementarit\u00e4t zwischen der Tapisserie und der Architektur. (<strong>Fussnote 2)<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_2386\" aria-describedby=\"caption-attachment-2386\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2386\" src=\"https:\/\/www.textile-forum-blog.org\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/01_PMM073_Abakanowicz_01a_ac.blog_.jpg\" alt=\"Magdalena Abakanowicz(1930), Poland : Abakan rouge III, 1970 \u2013 1971; 300 x 300 x 45 cm; sisal; collection &amp; photo: Fondation Toms Pauli, Lausanne\" width=\"800\" height=\"706\" srcset=\"https:\/\/www.textile-forum-blog.org\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/01_PMM073_Abakanowicz_01a_ac.blog_.jpg 800w, https:\/\/www.textile-forum-blog.org\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/01_PMM073_Abakanowicz_01a_ac.blog_-300x265.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2386\" class=\"wp-caption-text\">Magdalena Abakanowicz(1930), Poland : Abakan rouge III, 1970 \u2013 1971; 300 x 300 x 45 cm; sisal; collection &amp; photo: Fondation Toms Pauli, Lausanne<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Die Tapisseriebiennale von Lausanne als B\u00fchne f\u00fcr eine Revolution<\/strong><br \/>\nEine ungewollte Revolution hatte statt gefunden, von der klassischen Wandtapisserie zur frei gestalteten Textilkunst. Ungewollt deshalb, weil Jean Lur\u00e7at, als Initiator der Biennale, die reproduzierbare Tapisserie als Ziel seiner Bem\u00fchungen ansah. Die Ver\u00e4nderungen hin zur freien Gestaltung sah er mit gemischten Gef\u00fchlen: \u201eM\u00e9fiez-vous des petites filles qui tricotent \u2013 h\u00fctet euch vor den kleinen strickenden M\u00e4dchen\u201c soll er gesagt haben, womit er die jungen ost-europ\u00e4ischen K\u00fcnstlerinnen meinte, die mit revolution\u00e4ren Unikaten an der Biennale teilnahmen. (<strong>Fussnote 3)<\/strong><br \/>\nDie Revolution, die Jenelle Porter in ihrem Artikel \u201eAbout 10 Years From the New Tapestry to Fiber Arts\u201c (<strong>Fussnote 4) <\/strong>in der Zeit von 1962 bis 1972 verortete, passte in den allgemeinen Aufbruch dieser Zeit, die auch eine neue Frauenbewegung hervorbrachte. Wie bei der textilen Revolution war ab der zweiten H\u00e4lfte der 70er Jahre auch in sonstigen gesellschaftlichen Bewegungen leider kaum noch Aufbruch festzustellen. Auf jeden Fall erhielten junge weibliche K\u00fcnstler ab der ersten Biennale den meisten Beifall der Presse.<\/p>\n<figure id=\"attachment_2391\" aria-describedby=\"caption-attachment-2391\" style=\"width: 398px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-2391\" src=\"https:\/\/www.textile-forum-blog.org\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/05_CAP177_Buic_03_ANac-blog-398x1024.jpg\" alt=\"Jagoda Bui\u0107 (1930 ), Croatia:Flexion II,1971; 84 x 165 x64 cm;wool, sisal, gold metallic wire; collection &amp; photo: Fondation Toms Pauli ,Lausanne \" width=\"398\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/www.textile-forum-blog.org\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/05_CAP177_Buic_03_ANac-blog-398x1024.jpg 398w, https:\/\/www.textile-forum-blog.org\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/05_CAP177_Buic_03_ANac-blog-117x300.jpg 117w, https:\/\/www.textile-forum-blog.org\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/05_CAP177_Buic_03_ANac-blog.jpg 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 398px) 100vw, 398px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2391\" class=\"wp-caption-text\">Jagoda Bui\u0107 (1930 ), Croatia:Flexion II,1971; 84 x 165 x64 cm;wool, sisal, gold metallic wire; collection &amp; photo: Fondation Toms Pauli ,Lausanne<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Wo kam dieser Aufbruch her?<\/strong><br \/>\nF\u00fcr Nord-Amerika sieht Jenelle Porter den ersten Schritt in der Einzelausstellung von Lenore Tawney1961 im Staten Island Museum, New York: \u201cthe point at which Art Fabric was healthfully and joyously launched in America\u201c. Durch die Oral History Interviews mit K\u00fcnstlern wie Tawney, Zeisler und anderen (<strong>Fussnote 5<\/strong>) kann man die Motivation erkennen: Zus\u00e4tzlich zu der Auflehnung gegen die m\u00e4nnlichen K\u00fcnstlerkollegen wurde die Motivation gen\u00e4hrt von den revolution\u00e4ren Ideen der nach Amerika gefl\u00fcchteten Bauh\u00e4usler sowie vom R\u00fcckbezug auf nicht-westliche Kulturen, zum Beispiel die gro\u00dfartige S\u00fcdamerikanische Webkunst.<br \/>\nDieses Interesse an der Ethnologie und der Volkskunst fand auch in Europa statt, am deutlichsten in den damaligen Ostblock-L\u00e4ndern. Dort erhielten die K\u00fcnstler, auch die der Angewandten Kunst, generell eine sehr gute Ausbildung. Da die Repressionen politisch &#8216;auf Linie&#8217; zu sein f\u00fcr die Malerei und Bildhauerei sehr einengend waren, erhielten die Angewandten Abteilungen der Akademien Zulauf begabter experimentierfreudiger K\u00fcnstler. So auch die Textilabteilung der Akademie der Bildenden Kunst in Warschau, wo Magdalena Abakanowicz bis 1954 studiert hatte, sowie die Akademie von Poznan, wo sie in den sechziger Jahren als Professorin unterrichtete. Sie wurde von Pierre Pauli, Kurator des Museums f\u00fcr Dekorative Kunst von Lausanne, entdeckt und eingeladen, an der 1. Biennale von Lausanne teilzunehmen. F\u00fcr Europa wurde sie die gro\u00dfe Leitfigur des Aufbruchs.<\/p>\n<figure id=\"attachment_2387\" aria-describedby=\"caption-attachment-2387\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2387\" src=\"https:\/\/www.textile-forum-blog.org\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/02_CAP166_Abakanowicz_01_ANac.blog_.jpg\" alt=\"Magdalena Abakanowicz (1930), Poland: Andromeda II, 1964; 285 x 195 cm; wool, cotton, horse hair; collection &amp; photo: Fondation Toms Pauli, Lausanne\" width=\"800\" height=\"552\" srcset=\"https:\/\/www.textile-forum-blog.org\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/02_CAP166_Abakanowicz_01_ANac.blog_.jpg 800w, https:\/\/www.textile-forum-blog.org\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/02_CAP166_Abakanowicz_01_ANac.blog_-300x207.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2387\" class=\"wp-caption-text\">Magdalena Abakanowicz (1930), Poland: Andromeda II, 1964; 285 x 195 cm; wool, cotton, horse hair; collection &amp; photo: Fondation Toms Pauli, Lausanne<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Die Bedeutung der Biennale von Lausanne &#8211; Eine kurze Geschichte!<\/strong><br \/>\nDer Anfang lag bei Pierre Pauli und dessen Frau Alice zusammen mit dem Maler Jean Lur\u00e7at (1892-1966) auf der Suche nach einer Zukunft f\u00fcr die klassische Tapisserie. Sie gr\u00fcndeten das CITAM (<strong>Fussnote 1<\/strong>)1961. Die erste Biennale fand 1962 statt, die letzte (und 16.) Biennale 1995. Pierre Pauli\u00b4s Verdienst ist es gewesen, die besten Kuratoren und Dozenten europ\u00e4ischer Museen und Kunstakademien, die ein Interesse an der Tapisserie gezeigt hatten, um sich zu scharen.<br \/>\nDie erste Biennale zeigte \u00fcberwiegend reproduzierbare Wandtapisserien bekannter Maler (z. B. Picasso, Le Corbusier), ausgef\u00fchrt in den gro\u00dfen Ateliers (u. a. Les Gobelin, Aubusson) in Formaten von mindestens 12 Quadratmetern.<br \/>\nIm Laufe der ersten drei Biennalen \u00e4nderte sich diese Ausrichtung. Junge K\u00fcnstlerinnen aus Mittel- und Ost-Europa, die ihre Arbeiten selbst als Unikate herstellten, traten in den Vordergrund. Man nannte sie die \u201eTapisserie-Barbaren\u201c. \u201eThe Tapestry of Tomorrow has been born in Poland!\u201c schrieb der Kunsthistoriker Andr\u00e9 Kuenzli, sehr zum Leidwesen von Jean Lur\u00e7at und weiteren klassischen Kartonmalern.<br \/>\nDie 4. Biennale von 1969 galt als der Zeitpunkt, wo der dreidimensionale Raum erobert wurde: K\u00fcnstler wie Abakanowicz und Elsi Giauque befreiten ihre Arbeiten von der Wand und platzierten sie im Raum.<br \/>\nAb etwa 1970 gestalteten die nunmehr \u00fcberwiegend weiblichen K\u00fcnstler ihre Arbeiten selbst und zwar ohne Karton und oft nicht mehr mit dem Material Wolle. K\u00fcnstler wie Peter und Ritzi Jacobi, Sheila Hicks, Jagoda Bui\u0107, Aur\u00e8lia Mu\u00f1oz oder Fran\u00e7oise Grossen schufen textile Skulpturen, oft mit ungew\u00f6hnlichen oder neuen Materialien.<br \/>\nDiese neue Bewegung war Anfang 1971 nicht mehr zu \u00fcbersehen und man begann nach neuen Namen zu suchen: \u201eNouvelle tapisserie\u201c in Europa oder \u201eFiber Art\u201c in den USA. In verschiedenen europ\u00e4ischen L\u00e4nder wurden ebenfalls Biennalen und Triennalen organisiert, z. B. die polnische Triennale ab 1973 (bis heute!), die Niederl\u00e4ndische Biennale (1968-1974), die Nordische Triennale, die Biennale \/Triennale von Szombath\u00e9ly und viele mehr.<br \/>\nDie 8. und 9. Biennale von Lausanne (1977, resp. 1979) waren durch Krisen gekennzeichnet. \u201cIs it Still Tapestry?\u201c fragte sich Ren\u00e9e Berger, vice President des CITAM und Direktor des Museums der Bildenden Kunst von Lausanne.<br \/>\nF\u00fcr die 11., 12., und 13. Biennale wurden Themen vorgegeben, respektive \u201eTextil im Raum\u201c, \u201eTextile Skulptur\u201c und \u201eZur\u00fcck zur Wand\u201c. Die nun zust\u00e4ndige Direktorin des Museums f\u00fcr Bildende Kunst, Erika Billeter, sprach von Textilkunst. Diese Dreiteilung konnte die Krise jedoch nicht \u00fcberwinden helfen. In ihrer Einleitung zur 14. Biennale (1989) schrieb Erika Billeter: \u201eThe heroes are worn out\u201c (&#8230;) The revolution of the weaver\u00b4s art has been over for a long time\u201c (die Helden sind m\u00fcde&#8230; Die Revolution der Webkunst ist l\u00e4ngst vorbei). Bei der 16. Biennale (1995) weigerte sich der damalige Direktor des Museums f\u00fcr Bildende Kunst, die in die Krise geratene Biennale zu beherbergen. Zu den neuen Ausstellungsorten kamen zu wenige Besucher, was die Stadt Lausanne als wichtigsten Geldgeber dazu veranlasste, die Veranstaltung zu schlie\u00dfen und das CITAM aufzul\u00f6sen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_2393\" aria-describedby=\"caption-attachment-2393\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2393\" src=\"https:\/\/www.textile-forum-blog.org\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/07_FTP192_Cook_01.blog_.jpg\" alt=\"Lia Cook (1942 ), USA: Spatial Ikat II, 1977; 274 x 305 cm; wool jute, polyurethan foam; collection &amp; photo: Fondation Toms Pauli, Lausanne \" width=\"800\" height=\"965\" srcset=\"https:\/\/www.textile-forum-blog.org\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/07_FTP192_Cook_01.blog_.jpg 800w, https:\/\/www.textile-forum-blog.org\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/07_FTP192_Cook_01.blog_-249x300.jpg 249w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2393\" class=\"wp-caption-text\">Lia Cook (1942 ), USA: Spatial Ikat II, 1977; 274 x 305 cm; wool jute, polyurethan foam; collection &amp; photo: Fondation Toms Pauli, Lausanne<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Pers\u00f6nliche Anmerkungen<\/strong><br \/>\nIn den 60er und 70er Jahren galt die Tapisserie-Biennale von Lausanne als leuchtendes Fenster zur Welt. Lausanne war das Mekka der Textilstudenten und angehenden Textilk\u00fcnstler. Der Aufbruch dieser Zeit zeigte Parallelen, die f\u00fcr mich kein Zufall waren, n\u00e4mlich die Gleichung \u201egute Zeiten f\u00fcr Frauen sind auch gute Zeiten f\u00fcr die Textilkunst\u201c. Der sp\u00e4tere Niedergang war ebenfalls absehbar: Einige der sp\u00e4teren Kuratoren der Biennale vernachl\u00e4ssigten die spezifische Qualit\u00e4ten und Vorteile der Textilkunst (z. B. die Beliebtheit beim Publikum). Sie richteten sich auschlie\u00dflich auf einen engen Begriff der Bildenden Kunst, um die Rolle der weichen, faltbaren textilen Materialien in der Kunst neu zu bestimmen, in der Absicht die Textilkunst auf diese Weise aus dem Ghetto zu holen. Damit wurde die Veranstaltung beliebig, quasi die unbedeutende Schwester der Biennale von Venedig. Der Spruch \u201eDie K\u00fcnstler sind m\u00fcde\u201c fiel ironischerweise genau zu dem Zeitpunkt, als die neue Revolution der digitalen Weberei anfing, gefolgt von der Revolution der neuen \u201esmart materials\u201c und Techniken (wie das dreidimensionale Drucken). Ein Artikel in der Zeitschrift Textilforum zu diesem Thema ist lesenswert (<strong>Fussnote 6<\/strong>). Die textile Kultur sollte man als eigenst\u00e4ndiges Kulturgebiet, \u00e4hnlich der Architektur begreifen. Textilkunst, die ausschlie\u00dflich Kunst sein will, verleugnet jene haptischen und emotionalen Qualit\u00e4ten, die die Bildende Kunst heute zu Anleihen bei der textilen Kunst veranlasst.<br \/>\nDie jetzt laufende Ausstellung war jedoch eine sehr positive \u00dcberraschung. Die Arbeiten, die alle zwischen 1960 und 1995 hergestellt wurden, strahlten Energie und starke Pr\u00e4senz aus. Zwei Beispiele (von vielen), die mir sofort ins Ged\u00e4chtnis kommen, sind \u201eRed Abacan\u201c von Magdalena Abakanowicz und \u201eSpatial Ikat\u201c von Lia Cook.<br \/>\nDas Publikum, das wieder in gro\u00dfer Zahl pr\u00e4sent war, war genauso begeistert wie w\u00e4hrend der originalen Biennale-Ereignisse. Gefragt nach neuen Pl\u00e4nen auf dem Gebiet der Textilkunst, waren sowohl der Direktor des Museums f\u00fcr Bildende Kunst wie die Kulturvertreterin des Kantons Vaud sehr positiv. Sie wollten aber warten auf das neue Museumsgeb\u00e4ude \u201ep\u00f4le mus\u00e9al\u201c, das f\u00fcr 2019 geplant ist, wo sowohl die Toms Pauli Stiftung als auch das Museum f\u00fcr Bildende Kunst im selben Geb\u00e4ude untergebracht sein werden.<br \/>\nEs gab keinen Katalog, daf\u00fcr plant die Kuratorin Giselle Eberhard Cotton ein umfangreiches Katalog-Buch zu der Geschichte der Biennale von Lausanne, das 2017 publiziert werden soll. Viel Bildmaterial mit Arbeiten der Biennalen findet man auf der Internetseite der Stiftung (<strong>Fussnote 7<\/strong>).<\/p>\n<p><strong>Beatrijs Sterk<\/strong><br \/>\nEhemalige Herausgeberin der Zeitschrift Textile Forum,<br \/>\nheute Herausgeberin von <a href=\"https:\/\/www.textile-forum-blog.org\/\">https:\/\/www.textile-forum-blog.org<\/a><br \/>\nM\u00e4rz 2016<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><strong>Fussnote 1: <\/strong>Das<strong> CITAM <\/strong>oder Centre Internationale de Tapisseries Anciennes et Modernes (International Center for the Promotion of Ancient and Modern Tapestry) wurde 1961 in Lausanne gegr\u00fcndet. Gr\u00fcndungsmitglieder waren Jean Lur\u00e7at und Pierre Pauli.<\/p>\n<p><strong>Fussnote 2:<\/strong> \u201ece mur de laine qu&#8217;est la tapisserie peut se d\u00e9chrocher du mur, se rouler, se prendre sous les bras \u00e1 volont\u00e9, aller s&#8217;accrocher ailleurs. C&#8217;est ainsi que j&#8217;ai baptis\u00e9 mes tapisseries &#8216;Muralnomad&#8217;\u201c.\u00a0Le Corbusier \u201etapisserie muralnomad in Zodiac, 7, Mailand, 1960<\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><strong>Fussnote 3: <\/strong>siehe Artikel von Dietmar Laue \u201eDie internationale Tapisserie-Biennale von Lausanne 1962-1995\u201c in <a href=\"http:\/\/www.tfs-etn.com\/shop\/magazines\/2012_3g.php\">Textilforum 3\/2012, S. 30-33<\/a><\/p>\n<p><strong>Fussnote 4<\/strong> : Artikel im Katalog der Ausstellung \u201eFiber Sculpture, 1960 to Present\u201c, die vom 1.10.2014 bis 4.1.2015 im Institute of Contemporary Art in Boston, USA, stattfand<\/p>\n<p><strong>Fussnote 5<\/strong>: <a href=\"http:\/\/www.aaa.si.edu\/collections\/oralhistories\/transcripts\/zeisle81.htm\">&#8220;Oral history interview with Claire Zeisler&#8221;<\/a>, <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Archives_of_American_Art\">Archives of American Art<\/a> Smithsonian Institution, June 26, 1981 und Interview mit Lenore Tawney:<a href=\"http:\/\/www.aaa.si.edu\/collections\/interviews\/oral-history-interview-lenore-tawney-12309\"> http:\/\/www.aaa.si.edu\/collections\/interviews\/oral-history-interview-lenore-tawney-12309<\/a><\/p>\n<p><strong>Fussnote 6<\/strong> : siehe Artikel von Beatrijs Sterk \u201eDie Textilkunst\u201c \u2028in <a href=\"http:\/\/www.tfs-etn.com\/shop\/magazines\/2012_3g.php\">Textilforum 3\/2012, S. 34-37<\/a><\/p>\n<p><strong>Fussnote 7<\/strong> : <a href=\"http:\/\/www.toms-pauli.ch\/%20biennales\/historique\/\">http:\/\/www.toms-pauli.ch\/<u> biennales\/historique\/<\/u><\/a><\/p>\n<figure id=\"attachment_2399\" aria-describedby=\"caption-attachment-2399\" style=\"width: 680px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-2399\" src=\"https:\/\/www.textile-forum-blog.org\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/13_DSC_0056a.blog_-680x1024.jpg\" alt=\"Aurelia Mu\u00f1oz \/1926 \u2013 2011 ), Spain: Capa pluvial II, 1976; 200 x 250 cm; ; collection Fondation Toms Pauli, Lausanne; photo Beatrijs Sterk\" width=\"680\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/www.textile-forum-blog.org\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/13_DSC_0056a.blog_-680x1024.jpg 680w, https:\/\/www.textile-forum-blog.org\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/13_DSC_0056a.blog_-199x300.jpg 199w, https:\/\/www.textile-forum-blog.org\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/13_DSC_0056a.blog_.jpg 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2399\" class=\"wp-caption-text\">Aurelia Mu\u00f1oz \/1926 \u2013 2011 ), Spain: Capa pluvial II, 1976; 200 x 250 cm; ; collection Fondation Toms Pauli, Lausanne; photo Beatrijs Sterk<\/figcaption><\/figure>\n<figure id=\"attachment_2401\" aria-describedby=\"caption-attachment-2401\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2401\" src=\"https:\/\/www.textile-forum-blog.org\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/15_DSC_0081.blog_.jpg\" alt=\"Olga de Amaral (1932 ), Colombia: Caligrafia Espacial, 1974 \u2013 75; detail (one element out oft wo) 285 x 250 cm; collection Fondation Toms Pauli, Lausanne; photo Beatrijs Sterk\" width=\"800\" height=\"629\" srcset=\"https:\/\/www.textile-forum-blog.org\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/15_DSC_0081.blog_.jpg 800w, https:\/\/www.textile-forum-blog.org\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/15_DSC_0081.blog_-300x236.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2401\" class=\"wp-caption-text\">Olga de Amaral (1932 ), Colombia: Caligrafia Espacial, 1974 \u2013 75; detail (one element out oft wo) 285 x 250 cm; collection Fondation Toms Pauli, Lausanne; photo Beatrijs Sterk<\/figcaption><\/figure>\n<figure id=\"attachment_2408\" aria-describedby=\"caption-attachment-2408\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2408\" src=\"https:\/\/www.textile-forum-blog.org\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/23_DSC_0075a.blog_.jpg\" alt=\"View at the exhibition Tapisseries Nomades; photo Beatrijs Sterk\" width=\"800\" height=\"531\" srcset=\"https:\/\/www.textile-forum-blog.org\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/23_DSC_0075a.blog_.jpg 800w, https:\/\/www.textile-forum-blog.org\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/23_DSC_0075a.blog_-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2408\" class=\"wp-caption-text\">View at the exhibition Tapisseries Nomades; photo Beatrijs Sterk<\/figcaption><\/figure>\n<figure id=\"attachment_2400\" aria-describedby=\"caption-attachment-2400\" style=\"width: 680px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-2400\" src=\"https:\/\/www.textile-forum-blog.org\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/14_DSC_0043a.blog_-680x1024.jpg\" alt=\"Sonia Delaunay (1885 \u2013 1979 ), Ukraine\/ France: La Courbe grise, 1970 \u2013 1972; 135 x 183 cm; wool; collection Fondation Toms Pauli, Lausanne; photo Beatrijs Sterk\" width=\"680\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/www.textile-forum-blog.org\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/14_DSC_0043a.blog_-680x1024.jpg 680w, https:\/\/www.textile-forum-blog.org\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/14_DSC_0043a.blog_-199x300.jpg 199w, https:\/\/www.textile-forum-blog.org\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/14_DSC_0043a.blog_.jpg 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2400\" class=\"wp-caption-text\">Sonia Delaunay (1885 \u2013 1979 ), Ukraine\/ France: La Courbe grise, 1970 \u2013 1972; 135 x 183 cm; wool; collection Fondation Toms Pauli, Lausanne; photo Beatrijs Sterk<\/figcaption><\/figure>\n<figure id=\"attachment_2392\" aria-describedby=\"caption-attachment-2392\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2392\" src=\"https:\/\/www.textile-forum-blog.org\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/06_APP016_Grossen_01.blog_.jpg\" alt=\"Fran\u00e7oise Grossen, Switzerland \/ USA: C\u00e9notaphe, 1977; 270 x 45 25 cm; Manila hemp; collection &amp; photo: Fondation Toms Pauli, Lausanne \" width=\"800\" height=\"955\" srcset=\"https:\/\/www.textile-forum-blog.org\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/06_APP016_Grossen_01.blog_.jpg 800w, https:\/\/www.textile-forum-blog.org\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/06_APP016_Grossen_01.blog_-251x300.jpg 251w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2392\" class=\"wp-caption-text\">Fran\u00e7oise Grossen, Switzerland \/ USA: C\u00e9notaphe, 1977; 270 x 45 25 cm; Manila hemp; collection &amp; photo: Fondation Toms Pauli, Lausanne<\/figcaption><\/figure>\n<figure id=\"attachment_2404\" aria-describedby=\"caption-attachment-2404\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2404\" src=\"https:\/\/www.textile-forum-blog.org\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/19_DSCF2490a.blog_.jpg\" alt=\"View at the exhibition Tapisseries Nomades; photo Beatrijs Sterk\" width=\"800\" height=\"450\" srcset=\"https:\/\/www.textile-forum-blog.org\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/19_DSCF2490a.blog_.jpg 800w, https:\/\/www.textile-forum-blog.org\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/19_DSCF2490a.blog_-300x169.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2404\" class=\"wp-caption-text\">View at the exhibition Tapisseries Nomades; photo Beatrijs Sterk<\/figcaption><\/figure>\n<figure id=\"attachment_2395\" aria-describedby=\"caption-attachment-2395\" style=\"width: 785px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-2395\" src=\"https:\/\/www.textile-forum-blog.org\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/09_DSCF2494a.blog_-785x1024.jpg\" alt=\"Lia Cook in front of her work in Lausanne; photo Beatrijs Sterk\" width=\"785\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/www.textile-forum-blog.org\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/09_DSCF2494a.blog_-785x1024.jpg 785w, https:\/\/www.textile-forum-blog.org\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/09_DSCF2494a.blog_-230x300.jpg 230w, https:\/\/www.textile-forum-blog.org\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/09_DSCF2494a.blog_.jpg 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 785px) 100vw, 785px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2395\" class=\"wp-caption-text\">Lia Cook in front of her work in Lausanne; photo Beatrijs Sterk<\/figcaption><\/figure>\n<figure id=\"attachment_2403\" aria-describedby=\"caption-attachment-2403\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2403\" src=\"https:\/\/www.textile-forum-blog.org\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/18_DSCF2397a.blog_.jpg\" alt=\"View at the exhibition Tapisseries Nomades; photo Beatrijs Sterk\" width=\"800\" height=\"450\" srcset=\"https:\/\/www.textile-forum-blog.org\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/18_DSCF2397a.blog_.jpg 800w, https:\/\/www.textile-forum-blog.org\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/18_DSCF2397a.blog_-300x169.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2403\" class=\"wp-caption-text\">View at the exhibition Tapisseries Nomades; photo Beatrijs Sterk<\/figcaption><\/figure>\n<figure id=\"attachment_2409\" aria-describedby=\"caption-attachment-2409\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2409\" src=\"https:\/\/www.textile-forum-blog.org\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/16-CAP182_Hicks_04_d_bv.blog_.jpg\" alt=\"Sheila Hicks (1934), USA: Linen Letter to Malevitch, 1975; 182 x 185cm, detail; cotton; collection Fondation Toms Pauli, Lausanne; photo Beatrijs Sterk\" width=\"800\" height=\"600\" srcset=\"https:\/\/www.textile-forum-blog.org\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/16-CAP182_Hicks_04_d_bv.blog_.jpg 800w, https:\/\/www.textile-forum-blog.org\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/16-CAP182_Hicks_04_d_bv.blog_-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2409\" class=\"wp-caption-text\">Sheila Hicks (1934), USA: Linen Letter to Malevitch, 1975; 182 x 185cm, detail; cotton; collection Fondation Toms Pauli, Lausanne; photo Beatrijs Sterk<\/figcaption><\/figure>\n<figure id=\"attachment_2397\" aria-describedby=\"caption-attachment-2397\" style=\"width: 1000px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2397\" src=\"https:\/\/www.textile-forum-blog.org\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/11_DSC_0038a.blog_.jpg\" alt=\"Pierre Daquin (1936), France: Devenant, 1968, 195 x 120 cm; wool, gold thread; collection Fondation Toms Pauli, Lausanne; photo Beatrijs Sterk\" width=\"1000\" height=\"754\" srcset=\"https:\/\/www.textile-forum-blog.org\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/11_DSC_0038a.blog_.jpg 1000w, https:\/\/www.textile-forum-blog.org\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/11_DSC_0038a.blog_-300x226.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2397\" class=\"wp-caption-text\">Pierre Daquin (1936), France: Devenant, 1968, 195 x 120 cm; wool, gold thread; collection Fondation Toms Pauli, Lausanne; photo Beatrijs Sterk<\/figcaption><\/figure>\n<figure id=\"attachment_2405\" aria-describedby=\"caption-attachment-2405\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2405\" src=\"https:\/\/www.textile-forum-blog.org\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/20_DSCF2405a.blog_.jpg\" alt=\"Curator Giselle Eberhard Cotton at the press conference; photo Beatrijs Sterk \" width=\"800\" height=\"450\" srcset=\"https:\/\/www.textile-forum-blog.org\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/20_DSCF2405a.blog_.jpg 800w, https:\/\/www.textile-forum-blog.org\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/20_DSCF2405a.blog_-300x169.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2405\" class=\"wp-caption-text\">Curator Giselle Eberhard Cotton at the press conference; photo Beatrijs Sterk<\/figcaption><\/figure>\n<figure id=\"attachment_2406\" aria-describedby=\"caption-attachment-2406\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2406\" src=\"https:\/\/www.textile-forum-blog.org\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/21_DSCF2478a.blog_.jpg\" alt=\"Curator Giselle Eberhard Cotton at the press conference; photo Beatrijs Sterk \" width=\"800\" height=\"497\" srcset=\"https:\/\/www.textile-forum-blog.org\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/21_DSCF2478a.blog_.jpg 800w, https:\/\/www.textile-forum-blog.org\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/21_DSCF2478a.blog_-300x186.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2406\" class=\"wp-caption-text\">Curator Giselle Eberhard Cotton at the press conference; photo Beatrijs Sterk<\/figcaption><\/figure>\n<figure id=\"attachment_2396\" aria-describedby=\"caption-attachment-2396\" style=\"width: 576px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-2396\" src=\"https:\/\/www.textile-forum-blog.org\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/10_DSCF2306a.blog_-576x1024.jpg\" alt=\"Exhibition poster Tapisseries Nomades; photo Beatrijs Sterk\" width=\"576\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/www.textile-forum-blog.org\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/10_DSCF2306a.blog_-576x1024.jpg 576w, https:\/\/www.textile-forum-blog.org\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/10_DSCF2306a.blog_-169x300.jpg 169w, https:\/\/www.textile-forum-blog.org\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/10_DSCF2306a.blog_.jpg 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 576px) 100vw, 576px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2396\" class=\"wp-caption-text\">Exhibition poster Tapisseries Nomades; photo Beatrijs Sterk<\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fondation Toms Pauli.\u00a0Sammlung des 20. 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